Denkbar

Etwas zum lesen und nachdenken

 
  • add Vertrauen

    Vertrauen

     

    Sehen Sie die Häuser ganz unten am Strand?
    Es gibt nur 2 Möglichkeiten, das kleine Dorf zu erreichen: entweder wählen Sie den Weg übers Meer, dann müssen Sie sich einem Boot anvertrauen. Oder Sie benutzen den Aufzug, die Haltestation ist oben rechts auf dem Bild zu sehen. Dann geht es ca 300m weit nach unten, an einer Felswand entlang, die senkrecht abfällt.

    Wer dieses Dorf, wer diesen Strand erreichen will, muss sein Vertrauen entweder in diesen Aufzug setzen oder eben auf ein Boot. Aber es lohnt sich!

    Manche Orte sind nur schwer zu erreichen. Es braucht Mut, Ideen  und Vertrauen, weil der Weg schwierig ist, ja, sogar fast unmöglich zu sein scheint. Aber: es lohnt sich, diese Orte zu erreichen. Weil sie schön sind, weil sie Sehnsuchtsorte sind, weil wir dort gerne hinwollen.

    Jesus erzählt in den Evangelien immer wieder vom Reich Gottes. Das Reich Gottes ist der Ort, an dem Liebe, Frieden und Gerechtigkeit vorherrschen. Das Reich Gottes ist der Ort, an dem jede und jeder bekommt, was er, was sie zum Leben braucht.  Das Reich Gottes ist der Ort, wo jede und jeder wichtig ist und zählt, wo keiner aufgegeben wird. Das Reich Gottes ist der Ort, wo alle Lebewesen und alle Dinge, alle Projekte und alle Pläne in Ruhe wachsen und reifen können. So erzählt es uns Jesus im Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg, im Gleichnis vom verlorenen Schaf und vom verlorenen Sohn, im Gleichnis vom Senfkorn.

     

    Das Reich Gottes liegt in der Zukunft, aber es ist auch jetzt schon in Ansätzen da.

    Und wie kommen wir hin? Ist es schwer zu erreichen?

    Die Antworten muss jede und jeder von uns selbst finden.

    Setzen wir unser Vertrauen darauf, dass das Reich Gottes „erreichbar“ ist und dass es sich lohnt, den Weg zu finden.

     

    Pfarrerin Carola Längle

     

     

  • add Am richtigen Ort

    Eine Blume an einem ganz besonderen, an einem ganz geschützten Ort!

    Es ist die einzige Blume auf diesem Bild… entweder wachsen da sonst keine Blumen oder sie wurden abgemäht.

    Eigentlich ist die Blume ja am falschen Ort – Blumen wachsen nun mal nicht auf Bäumen.

    Aber sie wächst an dem Ort, wo sie überlebt hat und sogar blühen kann.

    Also wächst sie wohl doch am richtigen Ort?

    Wer bestimmt eigentlich, wo der richtige oder der falsche Ort ist, was die richtige oder die falsche Zeit ist, wer die richtigen Menschen sind und wer die, die man am besten meiden soll?

    Ein kirchliches Seenotrettungsschiff im Mittelmeer – ist das das richtige oder der falsche Ort für die Kirche?

    Seelsorge in der Klinik – gehört eine Pfarrerin nicht in die Gemeinde?

    Fröhlicher Gottesdienst im Grünen – passt das in der Corona-Zeit?

    Ein Sprichwort sagt: „Sage mir, mit wem du umgehst und ich sage dir, wer du bist.“ Stimmt das?

    Jesus lebt das anders: er besucht den Betrüger Zachäus, geht mit ihm nach Hause und isst mit ihm. Er lässt sich von einer stadtbekannten Frau salben. Er macht durch seine Reden und durch seine Heilungen jeden Ort zum richtigen Ort – seine „Blumen“ blühen überall, gerade da, wo es niemand erwartet.

    Er schenkt den Menschen Hoffnung – gerade denen, die in einer schwierigen Situation sind. So verstehe ich z.B. das Gleichnis vom verlorenen Sohn.

    Er deutet an, dass die Leute von den „Hecken und Zäunen“ mindestens genauso „richtig“ sind wie die angesehenen Leute – vielleicht sind sie denen sogar überlegen.

    Lassen wir uns doch von Jesus ermutigen, die Orte, Zeiten und Menschen zu suchen, die uns richtig erscheinen! Denn: zur Freiheit hat uns Christus befreit! (Gal 5,1,a)

    Pfarrerin Carola Längle

  • add Abstand halten

    Abstand halten

    Wie würden Sie dieses Bild wohl beschreiben?

    Ich vermute, Sie würden in etwa sagen: da ist blauer Himmel, ein Zaun und ein riesiges „Etwas“, das bis in den Himmel reicht.

    Um zu erkennen, was dieses „Etwas“ ist, ist man zu nah dran. Um zu erkennen, wie groß es ist, ist man auch zu nah dran.

    Manchmal sind wir an den Dingen zu nah dran, um zu erkennen, wie oder was sie wirklich sind, wie groß oder klein sie sind.

    „Darüber habe ich mich so aufgeregt?“ fragen wir manchmal, nachdem wir über ein unangenehmes Erlebnis ein paar Nächte geschlafen haben.

    Der zeitliche Abstand hilft dann, das Erlebte in seine richtigen Dimensionen zu bringen.

    „Davor habe ich so Angst gehabt?“ fragen wir manchmal, nachdem wir den Sprung ins kalte Wasser gewagt haben und merken: es trägt.

    „Diese Dinge sind mir so unverzichtbar erschienen?“ fragen wir manchmal, und merken auf einmal, was wirklich wichtig ist im Leben.

    Auch Jesus hat manchmal Abstand gebraucht. Er hat sich zurückgezogen um allein zu sein, um zu beten, ja, vielleicht auch, um die richtige Distanz zu den Ereignissen zu bekommen.

    Dazu möchte ich uns alle ermutigen: Prüfen wir doch immer wieder: Stimmt meine Perspektive noch? Sind mir die Menschen und Dinge zu nahe, oder, im Gegenteil, halte ich zu viel Abstand? Gelegentlich allein sein und beten wie Jesus – das könnte helfen.

    Übrigens: auf dem Bild ist ein Kaktus zu sehen. Er ist ca.4 m groß und wächst wunderschön aber nicht bis in den Himmel.

    Pfarrerin Carola Längle

  • add Das Steuer in der Hand behalten

    Das Steuer in der Hand behalten

    Wer Auto fährt oder Bus oder Bahn, wer das Flugzeug nutzt oder Boot oder Schiff fährt, der weiß: es braucht einen, der das Fahrzeug, Flugzeug oder Schiff steuert. Fahren wir selbst, sind wir selbst der Steuermann oder die Steuerfrau, nutzen wir andere Fortbewegungsmittel, vertrauen wir uns einem an, dem wir zutrauen, dass er oder sie sicher und souverän das Steuer handhabt. Und wir vertrauen darauf, dass wir an das Ziel gebracht werden, zu dem wir hinwollen.

    Und wie ist das so im Leben?

    Bei manchen Dingen haben wir selbst das Steuerrad in der Hand, bei anderen müssen wir uns einem „Steuermann“ anvertrauen. Das wird jetzt, in der Corona-Krise, deutlicher als sonst spürbar.

    Wer steuert das Schiff sicher durch diese Zeit? Wir oder die Menschen, die wir in politische Ämter gewählt haben? Oder ist es Gott? Oder müssen wir alle zusammenarbeiten, alle Menschen und Gott?  Und welches Ziel haben wir vor Augen? Zurück zum alten Leben oder ist es gut, das Ziel zu verändern?

    Gut, wenn wir fragen und nicht zu schnell einfache Antworten finden.

    In der Bibel finden wir Hilfestellung beim Apostel Paulus, 1. Korinther 10,23-24:

    „Alles ist erlaubt, aber nicht alles dient zum Guten. Alles ist erlaubt, aber nicht alles baut auf. Niemand suche das Seine, sondern was dem anderen dient.“

    Pfarrerin Carola Längle

     

     

  • add Halt´ mich fest!

    Halt´ mich fest!

    Die wenigsten von uns brauchen hier um Stuttgart herum einen Anker: wir haben keine Boote, die man mit einem Anker auf dem Seegrund oder dem Meeresgrund festmachen müsste, damit ein aufkommender Sturm sie nicht mit sich reißt.

    Aber auch ohne Meer hat der Begriff  „verankert sein“  für uns eine Bedeutung:

    Verankert sein – das heißt, ich habe einen Halt in den Stürmen, die mein Leben erschüttern.

    Die Corona – Zeit kann man ja durchaus mit einem Sturm vergleichen: es wird an fast allem gerüttelt, was uns fest und sicher erschienen ist. Selbstverständlich haben wir uns besucht, miteinander geredet, Sport gemacht, musiziert, Gottesdienste gefeiert – alles ohne Abstand. Der Arbeitsplatz war für die meisten sicher und die Kinderbetreuung auch. Die Schulen waren selbstverständlich offen, Abschlüsse konnten ohne Probleme gemacht werden.

    Welcher Anker hält unser Lebensschiff fest, wenn der Corona-Sturm an uns zerrt?

    Verankert sein – das heißt auch, ich treibe nicht haltlos in einem Meer von Meinungen.

    Verschwörungstheorien gehen um und benutzen die Unsicherheit und die Angst, um Menschen eine Scheinsicherheit zu geben. Warum auch immer.

    Welcher Anker hilft mir, die richtigen Infos von den Fake-News zu trennen, welcher Anker  gibt mir wirklich Sicherheit?

    In den Evangelien wird von einem Sturm erzählt, der die Jünger und Freunde Jesu in Angst und Schrecken versetzt. Ihr (Lebens)Schiff droht zu kentern. Jesus ist dabei – und schläft. Er fühlt sich sicher und strahlt Sicherheit aus. Obwohl Sturm ist. Obwohl das Schiff gerade nicht sicher verankert im Hafen liegt. Seine Sicherheit hat eine andere Verankerung – er traut Gott zu, dass er uns in den Stürmen unseres Lebens nicht allein lässt, dass wir mit Gottes Hilfe die Stürme durchstehen, dass wir vielleicht sogar mit Jesu Hilfe den Stürmen unseres Lebens Einhalt gebieten können.

    Fest gehalten werden, verankert sein, sicher sein, vertrauen können – das wünsche ich uns allen.

    Pfarrerin Carola Längle

     

     

  • add IRRTUM

    IRRTUM

    In was für eine dunkle, finstere Höhle schaut man da hinein! Es wirkt irgendwie bedrohlich, wie ein Sackgasse, es sieht so aus, als würde es immer enger und enger werden , je weiter hinein dieser schmale Weg an der Seite führt.

    Aber: das ist ein Irrtum! Das Bild ist auf der Insel Madeira aufgenommen worden. Dort wird das Wasser aus dem niederschlagsreichen Norden durch künstliche Wasserläufe, die Levadas, in den trockenen Süden transportiert. Die Wasserwege überwinden Täler und Berge, durchqueren Tunnel und führen über Brücken.

    Diese Höhle, dieser Tunnel ist also eine Garantie, dass das lebensspendende Wasser dort ankommt, wo es gebraucht wird.

    Das Bild könnte uns Mut machen, genauer hinzuschauen, wenn uns der Blick in die Zukunft angesichts der derzeitigen Situation vorkommt, wie wenn wir in eine finstere Höhle schauen würden.

    Fließt da nicht doch auch ein Kanal, der lebensspendendes Wasser mit sich führt? Und befruchtet dieses Wasser nicht viele „trockene“ Böden, so dass Einiges wächst, was es bisher nicht gegeben hat? Es braucht Mut, vor den finsteren Höhlen, vor den Krisen im Leben nicht zu fliehen. Es braucht Geduld, genau hinzuschauen ob da nicht doch auch Positives, ja sogar Lebensspendendes dabei ist.

    Gott will uns beides geben.

    Im 2.Tim1,7 heißt es: „Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“

     

    Pfarrerin Carola Längle

  • add Trocken

    Trocken

    Es ist zu trocken! Wochenlang hat es nicht geregnet. Erstaunlicherweise merkt man den Bäumen, den Wiesen, und den Feldern noch nicht all zu viel an – zumindest als Laie nicht.

    Aber auch für Laien gibt es Hinweise: wir müssen unsere Blumen fast jeden Tag gießen. Die Erde hat schon Risse, und es auf den Feldwegen ist es so staubtrocken wie auf dem Bild.

    Es gibt Hinweise – aber viele sehen sie nicht.

    Es gibt Hinweise – aber wir brauchen Experten, um sie richtig zu deuten.

    Es gibt Hinweise – und wer nicht wegsieht, möchte gerne wissen, was sie bedeuten.

    Es gibt Hinweise, dass die Folgen der Klimaerwärmung wesentlich schlimmer sein werden als die Corona-Epidemie, auch wenn wir bisher als Laien nicht all zu viel davon merken.

    Was tun? Sollen wir den Kopf in den Sand strecken oder uns von der Größe der Aufgabe entmutigen lassen?

    Jesus ermutigt uns:
    „Kehrt um, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen.“ (Mt 4,17)

    Pfarrerin Carola Längle

     

     

  • add Aufrecht?

    Aufrecht?

    Nein, aufrecht wächst der Baum wirklich nicht. Der Wind vom Meer hat ihn gezwungen, schief und krumm in eine Richtung zu wachsen.

    Aber: er ist gewachsen. Er steht. Er gibt nicht auf.

    Das Bild erinnert mich an die Geschichte von der gekrümmten Frau im Lukasevangelium. Ihr Rücken war krumm, sie konnte nicht aufrecht gehen.

    Wer nicht aufrecht gehen kann, schaut immer nur nach unten. Der sieht immer nur, was sich am Boden abspielt. Der hat eine ganz eingeschränkte Perspektive. Wer nicht aufrecht gehen kann, sieht anderen Menschen nicht ins Gesicht und schaut nicht in den Himmel.

    Jesus heilt die Frau, sie richtet sich auf und lobt Gott.

    Jesus hat sie nicht nur gesund gemacht, er hat ihr eine andere Perspektive für ihr Leben geschenkt.

    Der Corona-Wind rüttelt gerade auch an unserer aufrechten Haltung. Auch wenn er uns ein wenig ins Schwanken bringt: Jesus hört auch in diesen Zeiten nicht auf, uns Perspektiven für unser Leben aufzuzeigen. Wie der Baum zeigt er uns:  auch gekrümmt kann man standhalten und sogar wachsen, auch gekrümmt kann man mutig sein und nicht aufgeben.

    Pfarrerin Carola Längle

  • add Verschlossen?

    Wenn ich zu denen gehöre, die sagen: das Glas ist halb leer, dann würde ich denken:

    Das war kein Menschenfreund, der sich diese Türverzierung ausgedacht hat:

    viele verschiedene Schlüssel werden abgebildet, sie scheinen zu sagen: „Probier doch mal, die Tür mit mir aufzuschließen, oder mit mir, oder mir…“

    Und es ist ganz deutlich: kein Schlüssel wird passen, keiner der abgebildeten Schlüssel wird diese Tür öffnen.

    Sie bleibt zu.

    Vieles bleibt zu in diesen Wochen. Schulen, Läden, Betriebe, Restaurants und Café´s… Verschlossen ist uns die Möglichkeit, uns zu besuchen, ins Konzert zu gehen, zu verreisen.

    Wenn ich zu denen gehöre, die sagen: das Glas ist halb voll, dann würde ich sagen:

    Mit dieser Tür wollte einer erreichen, dass Menschen nachdenken, dass sie kreativ werden:

    Die verschiedenen Schlüssel scheinen zu sagen: „Schau her, so viele verschiedene Schlüssel gibt es! Auch wenn keiner von uns passen sollte, such einfach weiter, es gibt noch mehr Schlüssel! Die Tür lässt sich öffnen, aber Du brauchst Ideen und du musst nach dem richtigen Schlüssel suchen. Oder du suchst nach einer anderen Tür. “

    Viele neue Türen gehen auf in diesen Wochen: es gibt Bringedienste, Gespräche über den Gartenzaun, Gottesdienste und Andachten  auf der Homepage…

    Lassen wir uns anstecken von der Osterfreude: das Grab ist offen, die Augen der Freunde Jesu wurden geöffnet und wir werden eingeladen, neue Wege zu suchen, wo verschlossene Türen uns den Weg versperren.

    Pfarrerin Carola Längle

     

  • add Stoppstelle

    Stoppstelle

     

    Das Auto ist betriebsbereit, es könnte jeden Moment weiterfahren, aber jetzt gerade steht es still.

    Anhalten! Stopp! Nicht weiterfahren!

    An manchen Straßen wäre es gefährlich weiterzufahren ohne anzuhalten. Es ist nötig, anzuhalten, weil man sich zuerst einen Überblick über die Verkehrssituation verschaffen muss, ehe man weiterfährt.

     

    Gerade ist eine Zeit, in der wir anhalten müssen. Manches muss reduziert werden, manches wird auf Null gefahren. Langsamer, weniger, behutsamer ist gefragt. Anhalten und sich einen Überblick über die Lage verschaffen – das ist wichtig. Und wie bei jeder Stoppstelle haben wir die Gelegenheit zu fragen, wohin die Reise denn eigentlich gehen soll.

     

    Wollen wir weiter hektisch durch unsere Tage rennen ohne nach rechts und links zu schauen? Oder zeigt uns die jetzige Zeit, dass wir alle aufeinander angewiesen sind?

     

    Wollen wir weiter in die Klimakatastrophe rasen? Oder zeigt uns die jetzige Zeit, dass es auch anders geht?

     

    Im 1.Thes 5,21 rät Paulus: „Prüft aber alles, und das Gute behaltet.“

     

    Der Gott, der will, dass alle Dinge uns zum Besten dienen, behüte Sie!

  • add Trotzdem blühen

    Liebe Leserinnen und Leser,

    gönnen Sie sich die Zeit, das Bild eine Weile anzuschauen. Was für Gedanken kommen Ihnen? Vielleicht Ähnliche wie mir?

    „Was für eine Pracht an einer so steinigen Stelle!“

    und: „Wo die wohl ihre Wurzeln haben, dass Ihnen das bisschen Erde und Wasser ausreicht?“

    und: „In der Wiese würden sie gar nicht so auffallen, nicht so zur Geltung kommen“ und: „dieser Lebenswille ist bewundernswert"

    und: „so viel Kraft hätte ich auch gerne, dass ich in der Steinwüste blühen könnte.“

    Jesus hat viel in Gleichnissen geredet, das heißt, er hat Beispiele aus dem Alltag benutzt um etwas über Gott und den Glauben zu sagen.

    Wenn wir die Veilchen als Gleichnis nehmen werden wir eingeladen zu fragen:

    „Wo habe ich meine Wurzeln?“
    „Woher bekomme ich die Kraft für meinen steinigen Weg in Coronazeiten?“
    „Wo kann ich die unaufdringliche Liebe Gottes entdecken?“

    Paulus hat dazu eine Idee.
    Im 2. Korintherbrief heißt es:
    „Meine(Gottes) Kraft ist in den Schwachen mächtig.“

    Pfarrerin Carola Längle

  • add Gedanken

    Privatbild von Anja Schoba. Kanada, Rocky Mountains

    Gleichzeitig

    Mehrere Aufgaben gleichzeitig zu erledigen, dass ist in manchen Lebenssituationen nötig.  Kinder, Arbeit, Haushalt, Eltern, Garten, Freund*innen – vieles, was getan werden muss und was wir gerne tun wollen lässt uns in normalen Zeiten kaum Luft zum Atmen.

    Es tut gut, so fit und schnell zu sein, dass viele Aufgaben gleichzeitig erledigt werden können – aber es macht auch müde, es verwirrt, es lässt manchmal das Gefühl zurück, dass „gleichzeitig“ eben doch nicht immer gut ist, auch wenn in kurzer Zeit viel erledigt ist.

    In der „Corona“ – Zeit ist alles anders. Es werden andere Qualitäten von uns gefordert. Geduld zum Beispiel und Rücksichtnahme. Und gleichzeitig ist es wichtig, dass wir nicht in Panik geraten sondern in Ruhe das Nötige tun – nein, unterlassen.

    Dieses Bild aus den Rocky Mountains in Kanada ist ein Bild für die Art von „gleichzeitig“, die wir jetzt nötig haben. Es ist ein ruhiges Bild, es macht nicht müde. Es verwirrt nicht, sondern lädt eher zum Staunen ein.

    Gleichzeitig blühende Blumen und Schnee?

    Gleichzeitig grünes Gras und Geröll?

    Gleichzeitig lebensspendendes Wasser und karges Gebirge?

    Ja – das ist alles gleichzeitig möglich. Auch im Leben.

    Es ist möglich, dass wir uns gleichzeitig der Gefahr bewusst sind und doch Ruhe bewahren.

    Es ist möglich, dass wir gleichzeitig  zu Hause bleiben und uns in der Krise doch verbunden fühlen.

    Es ist möglich, dass wir Gott vertrauen und uns trotzdem unserer Verantwortung für andere bewusst sind.

    Es ist möglich, wie die Jahreslosung sagt, gleichzeitig zu glauben und um Hilfe für den eigenen Unglauben zu bitten.

    Denken wir daran: gerade in schwierigen Zeiten ist Gott unseres Lebens Hilfe, Freude und Kraft.

     

    Pfarrerin Carola Längle